Akkordeonspielring Weingarten

Von damals bis heute - Musik im Wandel

 

75 Jahre Akkordeon-Spielring Weingarten e.V.

„75 Jahre und man sieht es den Spielerinnen und Spielern gar nicht an“, wie Juri Tetzlaff, bekannt aus dem KIGA, der humorvoll und mit viel Charme durchs Programm führte, erstaunt bemerkte.

In 75 Jahren hat sich nicht nur einiges im Vereinsleben verändert. Auchdie Notenliteratur und der Klangkörper eines Akkordeon-Orchesters haben sich erstaunlich gewandelt.

Im ersten Teil seines Jubiläumskonzertes nahm der Akkordeon-Spielring seine Gäste mit auf diese Zeitreise. Um die Anfänge des Orchesters auch plastisch zu schildern, schickte Juri Tetzlaff die Spieler der Bassakkordeons, der Elektronien, den Schlagzeuger und den Dirigenten von der Bühne. Nun waren nur noch Akkordeonspieler auf der Bühne, die mit Diskant- und Bassseite zusammen musizierten. Beim darauf folgenden „Scherzino“ von Rudolf Wuerthner durften die Zuhörer den direkten Vergleich des ersten Fortschrittes im Orchester hören. Zunächst ohne und dann mit Bassakkordeon.

Bei den  „Dalmatischen Tänze“ von Adolf Götz konnte man dann schon dem Klang des Elektroniums lauschen, das zusammen mit dem Schlagwerk zu diesem Zeitpunkt Einzug in die Akkordeon-Literatur gehalten hat.

Die meisten Menschen verbinden Akkordeon-Musik mit Volksmusik. Das Akkordeon hat jedoch noch zahlreiche andere Facetten. Eine kleine Auswahl davon wurde den Zuhören mit der „Symphonie I“ von William Boyce, „Vieille Chanson“ aus drei Impressionen von Paul Kühmstedt geboten. Vor „Eine kleine Lachmusik“ nach der kleinen Nachtmusik von W.A. Mozart sorgte für Auflockerung und strapazierte die Lachmuskeln des Publikums.

Bevor wir musikalisch mit dem „Libertango“ unsere Zuhörer nach Argentinien entführten, verbrachten wir mit Mäusen eine Nacht in Castle Hill. Dieses Stück ließ alle erstaunt aufhören, da nicht wie gewohnt melodische Töne aus den Instrumenten drangen, sondern geklopft, gestampft und andere Geräusche erzeugt wurden, die einen hören ließen wie die Mäuse durchs Schloss rennen.

Nach der Pause lud der Spielring zur „Excursion to Fantasy“ ein, bevor Juri Tetzlaff die Gratulanten  Bürgermeister Eric Bänziger und Vereinssprecher Klaus Goerke auf die Bühne bat.

 

Im zweiten Teil des Konzertes demonstrierte der Akkordeon-Spielring die musikalische Bandbreite der Akkordeon-Musik. Neben Michael Jackson, Boney M. und Tequila stellten zwei Titel von „Nightwish“, einer Symphonic-Metal-Band aus Finnland, einen weiteren Höhepunkt des Abends dar.

Unterstützt wurde das Orchester durch die stimmgewaltige Sängerin Katja Neubehler. Das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe und bekam sie auch. Mit einer Hommage an die verstorbene Sängerin Whitney Houston mit „One moment in time“ verabschiedete sich das Orchester und die Sängerin Katja Neubehler.

„Nein, das Konzert ist nicht gut. Es ist spitze, einfach herausragend“ urteilte der Bürgermeister aus Weingarten.